Frank Wedekind - Gesammelte Werke in 10 Bänden

Hg. von Walter Schmitz und Uwe Schneider

Obwohl der exzeptionelle Rang Frank Wedekinds (1864-1918) als Dramatiker, Lyriker und Prosaautor unbestritten ist, fehlt eine zuverlässige Werkausgabe des von der Zensur verfolgten Bürgerschrecks und Tabubrechers, des vermeintlichen Erotomanen und selbsterklärten Moralisten, der zum Klassiker der Moderne avancierte. Liebhaber wie germanistische Forscher haben sich, oft zu ihrem Schaden, stets auf die neunbändige Ausgabe (1912–1921) gestützt, die Wedekind selbst initiiert und nach seinem Tod sein Bewundererkreis um Artur Kutscher fertiggestellt hat. Die Textauswahl dort ist jedoch lückenhaft, die Textdarbietung nicht selten fehlerhaft.

Bei Thelem erscheint nun – in einem überschaubaren Zeitraum und preislich erschwinglich – eine Ausgabe der Werke Wedekinds, die sich gleichermaßen an Literaturfreunde und ans Fachpublikum wendet. Die Leseausgabe wurde von der Kulturstiftung der Länder gefördert und setzt sich nicht weniger zum Ziel, als das Gesamtwerk Wedekinds erstmals in zuverlässiger Textgestalt zugänglich zu machen. Es liegen mit dieser Ausgabe auch die verstreut veröffentlichten Prosa- und Lyrik-Texte Wedekinds gesammelt vor. Nachlaßteile, die offenbar aus Furcht vor der Zensur ungedruckt blieben, werden mit einbezogen. Ergänzt wird der Textbestand durch bislang unveröffentlichte Jugendtexte Wedekinds.
Die chronologische Ordnung der Ausgabe erlaubt es nach den verschiedenen Auswahleditionen erstmals, einen wichtigen Teil der Entwicklungsgeschichte der Moderne in Wedekinds Werk nachzuvollziehen.

Die Edition ist auf 10 Bände konzipiert. Jeder Band enthält einen Kommentar mit Werkerläuterungen, Nachweis der Druckvorlagen, Darstellung der Textgenese mit Informationen zur Entstehungs-, Druck- und Zensurgeschichte. Außerdem werden eigenständige Varianten (wie Entwürfe und Neufassungen einzelner Szenen oder anderer umfangreicher Textteile) mitgeteilt.