Lyrikband – Hrsg. Friedrich Schollmeyer, Jeannette Drygalla und Andreas Crodel
Thelem 2025, Softcover, 154 S. mit über 60 Abb.
Wie sich kein Bildnis machen – umgeben von Bildern? Wie frei werden im literarischen Schreiben – umgeben vom alltäglichen Gerede?
In diesem Buch versammeln sich weder Antworten noch Ratschläge, dafür ausgewählte Bilder und philosophische Modelle des Dresdner Künstlers Ulrich Schollmeyer, die 2024 im Museum Bautzen ausgestellt waren. Von dort aus wurden sie zur Inspiration für die Autor*innen der Schreibgruppe BandSchreibenVorfall, die sich regelmäßig in Halle zum gemeinsamen Schreiben nach Impulsen treffen. So entstanden in der Ausstellung und auf Grundlage des Ausstellungskatalogs lyrische und prosaische Texte, die die Farben, Formen und Reflexionen der Bildund Modellkunst mit Worten illustrieren, erweitern, verfremden, verdichten. Ein spielerisches Gespräch über Leben und Sterben, Liebe und Schönheit, Zweifel und Sinn. Im Wechsel der Kunstformen und Perspektiven.
DER BANDSCHREIBENVORFALL
Der BandSchreibenVorfall ist eine Gruppe von schreiblustigen Menschen aus Halle und Leipzig,
die sich seit 2015 donnerstags an Küchen- und Kneipentischen zusammenfindet und regelmäßig
Textzusammenstellungen veröffentlicht. Im Vorwort zum BandSchreibenVorfall No 6 (2023)
heißt es: »Kostbare Abende sind das, an denen wir mit mehr oder weniger geistigen Getränken, Nüssen, Schokolade und anderen Knuspereien, mit Zeitvorgaben – drei, fünf, zehn oder zwanzig Minuten –
zu Impulsen schreiben. Wir nutzen das, was uns unterwegs vor die Füße stolpert […] und was uns unter den Nägeln brennt. Autofiktionales entsteht oder kommt ins Fließen, aus unseren
zusammengesteckten Köpfen, über die Finger, aufs Papier. Also eine Mischung: Aus dem was in uns ist, wir erlebt, gesehen, gefühlt haben. Was uns in der Welt begegnet, umtreibt, glücklich oder
nachdenklich, wütend oder hilflos macht. Dazu kommt in unterschiedlicher Dosis frei Assoziiertes, Ver- und Erdichtetes, Fantasiertes, Geträumtes […]. Wir skizzieren gemeinsam mit Worten, wir
lesen und
lachen. Manchmal gehen wir raus in die Welt, verklumpen uns an Kneipen- und Cafétischen, in
Ausstellungen, im Freien. Dabei entstehen dichte Textfassungen die keiner Form folgen, Rohtexte, die
wir miteinander im Vorlesen teilen. Und darüber in eine intensive Art der Kommunikation kommen.
Denn Schreiben schafft Nähe.«
ISBN: 978-3-95908-824-4
24,80 €
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